Numerologie

Anhand des eigenen Geburtsdatums können Zahlenfolgen errechnet werden, die einen großen Einfluss auf das eigene Leben ausüben. Mit Hilfe der yogischen Numerologie können wir diesen Einfluss aufschlüsseln und für die eigene Meditationspraxis einsetzen.

Manche fragen sich, wie ein so willkürliches Datum wie das Geburtsdatum so eine große Aussagekraft haben kann.

Dazu ist es wichtig zu wissen, dass das Datum nicht willkürlich ist. Die Geburt beginnt, wenn die Zeit reif ist und dies ist das prägendste Ereignis, dass ein Mensch haben kann. 

Leider lassen sich viele werdende Mütter ängstigen und ziehen eine geplante Geburt dem natürlichen Geburtsprozess vor. Aber auch in diesem Fall bleibt der Geburtstermin prägend. Der einzige Unterschied ist, dass das Datum in diesem Fall nicht mit der Intuition des Babys übereinstimmt, dass sich anschickt, unsere Welt zu betreten. 

Die Zahlen selber haben einen vergleichbaren Einfluss wie die Astrologie, also die Konstellation der Sterne und Planeten. Dieser Einfluss ist individuell unterschiedlich ausgeprägt. Astrologen sprechen in dem Zusammenhang von der 2/1/2 – Regel – auf zwei treffen astrologische Vorhersagen zu, auf eine trifft es teilweise zu, auf zwei trifft es gar nicht zu.

In jedem Fall ist der numerologische Einfluss zu einen gewissen Grad individuell steuerbar. Er ist kein steinernes Gesetzt, dem wir uns unterzuordnen haben. Wir haben z.B. auch eine Genetische Veranlagung, aber wir haben auch – begrenzt - Einfluss darauf, welche Art von Veranlagung wir zulassen wollen und welche nicht. Dies wird in der Evolutionsbiologie als Epigenetik bezeichnet. 

Zahlen sind ein mächtiges Werkzeug, um Zusammenhänge zu erklären und zu verstehen. Daher bietet es sich an, sie zu benutzen, um sich selber besser zu durchschauen. Nichts anderes passiert, wenn wir uns das Geburtsdatum ansehen und daraus Rückschlüsse ziehen, die uns dabei helfen, Entscheidungen zu treffen und aus der eigenen Vergangenheit zu lernen.

Der Zusammenhang zwischen Körperarbeit und dem Bewusstsein über Zahlen

Der Mensch ist ein reichhaltiges Wesen. Es ist nicht möglich sich diesem Reichtum auf eine rein rationale Weise anzunähern, weil das nur eine einzelne Facette berücksichtigen würde. Diese Facette ist nicht wichtiger oder unwichtiger als andere, aber sie ist eben nur eine von fünf, die den Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther und den Zahlen 1/9, 2/8, 3/7, 4/6 und 5/10 zugeordnet werden können. 

Der rational strukturierende Aspekt ist dem Element Feuer und dem Zahlenpaar 3/7 zugeordnete. Diese Einteilung in Zahlen mag einigen fremdartig vorkommen, aber Zahlen sind eine gute Möglichkeit, die Zusammenhänge in der Welt verständlicher zu machen.

Die Lehre, von diesen Zusammenhängen nennt sich Karam Kriya. Sie wurde von Shiv Charan Singh wiederentdeckt, einem spirituellen Lehrer, der in London eine Schule für angewandte Numerologie betreibt und regelmäßig Wochenendseminare in Deutschland unterrichtet. Shiv Charan Singh ist ein Schüler von Yogi Bhajan, der vor 30 Jahren aus Indien in den Westen kam, um Kundalini Yoga zu unterrichtet.

Zahlen spielen beim Kundalini Yoga vordergründig keine Rolle, aber sie können die Struktur beschreiben, die der Wirkung der einzelnen Übungen und Übungsreihen zugrunde liegt. So wird die 3 - übrigens genauso wie in der klassischen chinesischen Energiemedizin - mit dem Dünndarm in Verbindung gebracht und die 7 mit dem Herz. Die physiologische Aufgabe des Dünndarms ist das analysieren und aussondern der aufgenommenen Nahrung - womit wir wieder bei der Aufgabe des rationalen Geistes sind. Verständnis- und Orientierungslosigkeit können Schwierigkeiten im Darmbereich auslösen. Durchfall kann sowohl körperlich als auch Geistig eine Reaktion auf Überforderung sein. Das Herz wiederum ist das einzige Organ, daß ein eigenes Nervensystem besitzt und deshalb ohne die Steuerung des Gehirns seine Aufgaben erledigt. Das gibt ihm vielleicht die Illusion, unabhängig zu sein, genauso wie es uns unser rationaler Geist oft weismachen will. In Wirklichkeit kann das Herz ohne die restlichen Organe nicht existieren, genauso wie unser rationales Selbst auf die Unterstützung unserer Seele (1/9), unserer Instinkte (2/8), unserer Intuition (4/6) und den Kontakt zwischen allen vier (5/10) angewiesen ist.

Das Herz ist gleichzeitig der Ort, an dem Erinnerungen und damit verbundene Gefühle gespeichert sind. Schöne Erinnerungen lassen ein leicht ums Herz werden, belastende Erinnerungen erzeugen einen Druck im Brustbereich. Unserer rationaler Geist kann in seiner Bewertung auch nur auf vergangene Erfahrungen zurückgreifen. Alle unsere Verhaltensweisen und Zukunftsvorstellungen bleiben auf eine Wiederholung der Vergangenheit beschränkt, wenn wir nur diese eine Ebene unseres Selbst zulassen. Mit Yogaübungen können wir an den entsprechenden Körperteilen arbeiten, und dadurch eine Veränderung und Verbesserung im psychischen Bereich bewirken. Dies geschieht über Übungen die die Organe direkt stimulieren und über Übungen die sie indirekt ansprechen - z.B. über die den Organen zugeordneten Testmuskeln (für das Herz wäre das der Unterschulterblattmuskel), Meridiane (feinstoffliche Energiekanäle) und inneren Drüsen. Die Kombination der einzelnen körperlichen und psychischen Ebenen, die mit Hilfe der angewandten Numerologie verständlicher werden können, erklärt die oft verblüffende Wirkung der Yoga-Übungsreihen, wie sie beim Kundalini Yoga praktiziert werden. Eine der vier möglichen numerologischen Reisen beginnt beim rationalen Selbst und geht dann weiter zur Seele, zur Intuition, zu den Instinkten und endet schließlich am gemeinsamen Schnittpunkt der einzelnen Ebenen. Wir werden diese Reise jetzt etwas ausführlicher verfolgen, und die jeweiligen Organe benennen, die durch Yogaübungen angesprochen werden können. Wenn wir beim Dünndarm und Herz beginnen, dann steht am Anfang die Vorstellung(3) die wir uns von einer Sache machen und die Vision(7), die wir damit verbinden. Dem folgt die Suche nach unseren Möglichkeiten und Ressourcen. Wir erkunden unseren eigenen tieferen Ursprung(1=Magen) und unseren kollektiven Ursprung(9=Milz, Knochen). Dieser Kontakt zu unseren Wurzeln ist notwendig, um uns nicht in idealistischen Träumereien zu verstricken. Danach fangen wir an zu erkennen, welche Konsequenzen unsere Handlung haben kann und wofür wir Verantwortung(4=Dickdarm) übernehmen müssen. Das Konfrontiert uns mit unseren Ängsten und unser Unsicherheit(6=Lungen). Dadurch erkennen wir wo wir gerade im Leben stehen. Unsere wirklichen Bedürfnisse(2=Blase) kommen ans Licht. Wir werden ausgebremst und verlieren unsere Vision vielleicht völlig aus den Augen. Um unsere Bedürfnisse befriedigen zu können, nehmen wir Kontakt auf mit unserer eigenen ursprünglichen Energie(8=Nieren). Unsere Vorstellung und Vision mit der wir die Reise begonnen haben ist nun gereinigt von allem Ballast. Egal ob wir sie vollständig oder überhaupt nicht umgesetzt haben(10=Galle), wir sind auf jeden Fall um eine Erkenntnis(5=Leber) reicher.

 

 

AusbilderInnen der Yogalehrer Ausbildung